Vorteile einer gemeinsamen Wertebasis - Tosibox-Werte in der Praxis
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Vorteile einer gemeinsamen Wertebasis

Pia Klemetti, HR Business Partner, Tosibox

Werte. Tauchen bei Strategiesitzungen und Maßnahmeplänen auf jeder zweiten Seite auf. Werden in offizielle PowerPoint-Vorlagen integriert. Dienen als ultimative Begründung, wenn es keine andere Rechtfertigung mehr gibt, wie wir Dinge tun oder tun sollten. Werden genüsslich auf den Tisch geschmettert, wenn sie zufällig zu den Entscheidungen passen, die wir treffen – um uns selbst zu beweisen, dass sie wichtig sind und von uns mit Leben erfüllt werden. Sind oftmals so vage, dass sie von den Mitarbeitern nicht immer spontan aufgezählt werden können – und noch schwerer fällt es den Mitarbeitern, sie in ihre tägliche Arbeit zu integrieren. Ich zitiere. Meine eigenen Worte vor ein paar Jahren.

Nach Charles Taylor, einem kanadischen Philosophen (“Sources of the Self: The Making of Modern Identity” und “A secular age”), können Authentizität und Werte in drei Dimensionen betrachtet werden – Individualismus, Kollektivismus und Kommunitarismus. Diese drei Dimensionen lassen sich wie folgt beschreiben: Der Individualismus befasst sich vor allem mit der individuellen Freiheit. Im Kollektivismus definiert eine Gemeinschaft oder eine Gesellschaft die Position des Individuums und setzt sich damit über die individuelle Freiheit und die Verantwortung für die persönlichen Werte hinweg. Im Kommunitarismus werden die individuellen Werte von einer Gesellschaft oder Gemeinschaft zwar anerkannt, aber auf diejenigen beschränkt, die allgemein akzeptiert und in der Gruppe geschätzt werden. Die moderne Gesellschaft gilt als sehr individualistisch, sogar hedonistisch, und diese Eigenschaften spiegeln sich natürlich auch in den Unternehmen wider, die innerhalb des Systems bestehen. Selbstverständlich müssen die drei -ismen auch in kultureller Hinsicht differenziert werden; im europäisch-amerikanischen Kontext hat der Individualismus eine andere Bedeutung als beispielsweise in asiatischen Kulturen.

Nach der Theorie von Taylor lässt sich ein Individuum, das nicht über eine starke Wertegrundlage verfügt, durch externe Werte leicht beeinflussen und steuern. Mit anderen Worten, wenn eine Person ein klares Bild von ihren eigenen Werten besitzt, tritt sie sehr selbstbestimmt, entscheidungsfähig, zielstrebig und einfühlsam gegenüber anderen auf. Diese Eigenschaften werden heutzutage in Europa und Nordamerika in der Gesellschaft sowie in Unternehmen geschätzt, und das ist praktisch auch der Grund, weshalb Unternehmen unbedingt eigene Werte definieren wollen. Diese Werte, so die gängige Annahme, finden letzten Endes ihren Niederschlag in finanziellen Vorteilen für das Unternehmen und die Mitarbeiter.

Werte ändern sich nur sehr langsam, da sie definieren, wie eine Person sich selbst und die Welt sieht. Wenn eine Person keine gemeinsame Basis für die eigenen Werte und die Werte des Unternehmens sieht (oder letztere als ausgesprochen abschreckend empfindet), wird diese Person früher oder später Verhaltensmuster wie eine allgemeine Unzufriedenheit, starke Negativ-Kritik, eine Untergrabung der Organisationsstrukturen oder allgemeine Unproduktivität an den Tag legen. Im entgegengesetzten Fall manifestiert sich eine gemeinsame Wertebasis in Form einer höheren Produktivität in Folge des Wohlbefindens und der Zufriedenheit der betreffenden Person. Neben den Aktionären sollten auch die einzelnen Mitarbeiter von besseren Unternehmensergebnissen profitieren, sei es durch bessere Sozialleistungen und höhere Löhne und Gehälter oder in Form eines angenehmeren Arbeitsumfelds, zusätzlichen Schulungs- und Entwicklungsmöglichkeiten oder neuen Bonusprogrammen.

Wenn es grundsätzlich unmöglich ist, die Werte in die tatsächliche Unternehmenskultur zu integrieren, weshalb betreiben die Unternehmen dann überhaupt den Aufwand, solche Werte zu definieren? Eine ernüchternde Antwort darauf wäre: Um den Gewinn zu maximieren, z. B. durch Dinge wie eine niedrigere Mitarbeiterfluktuation (im IKT-Bereich, beispielsweise, schlägt sich das Ausscheiden einer leitenden Fachkraft mit Kosten von durchschnittlich 60.000 Euro in den Ergebnissen des Unternehmens nieder) oder eine gesteigerte Effizienz, da Unternehmen ja Werte für ihre Aktionäre schaffen sollen. Aber es gibt auch noch eine zweite Sichtweise: Aus Gründen der sozialen Verantwortung und für das Wohlergehen und den Wohlstand des Einzelnen. In beiden Fällen, und auch bei anderen Beweggründen, profitieren alle, richtig?

Die Herausforderung für Unternehmen besteht nun darin, die Werte, diese Grundsätze, die wir alle befolgen sollen, in unserem täglichen Tun zum Leben zu erwecken. Das geschieht durch praktische Anwendung, durch die Grundsätze, auf deren Grundlage wir Entscheidungen treffen, in den Gesprächen mit Teammitgliedern oder Kollegen, durch die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, durch die Strukturen, die wir schaffen, durch die Verhaltensweisen, die wir zeigen, wenn etwas nicht von Anfang an rund läuft.

Tosibox-Werte in der Praxis

Ob Unternehmenswerte aus dem Nichts erschaffen werden können oder von den Mitarbeitern ins Unternehmen getragen werden und dort nur noch “entdeckt” werden müssen, ist eine weitere Frage. Bei Tosibox hatte jeder Mitarbeiter im vergangenen Jahr im Rahmen der Entwicklung der Unternehmensstrategie und -werte die Möglichkeit, sich einzubringen. Da ich selbst erst vor zwei Monaten zum Unternehmen gestoßen bin, möchte ich einige praktische Aspekte ansprechen, die aus meiner Sicht die Umsetzung der Werte in der Praxis aufzeigen:

Wir kümmern uns: Die Grippewelle hat uns hart getroffen. Daher haben wir die Vereinbarung über die Gesundheitsdienstleistungen auch auf die Wochenendtage ausgedehnt. Einem Kollegen wurde die Möglichkeit gegeben, seine wöchentliche Arbeitszeit aus familiären Gründen für einige Wochen zu reduzieren – kein Problem, wir bekommen das hin!

Wir vereinfachen: Wir haben uns auf ein Bonusmodell geeinigt, in dem alle, auch das Führungsteam, gleich behandelt werden.

Wir setzen auf hohe Qualität und Integrität: Ehre, wem Ehre gebührt; Mitarbeiter, die eine gute Leistung gezeigt haben, werden eingeladen, ihre Arbeit vor der Führungsmannschaft und dem Vorstand vorzustellen

Wir sind mutig: Wir verlassen den Bereich der Behaglichkeit, ändern unsere Strategie und betreten die Welt der Software-Geschäfte. Dabei konzentrieren wir uns gezielt auf Schlüsselbereiche und -maßnahmen, mit denen wir unsere gesteckten Ziele erreichen können.

Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, unsere Werte im täglichen Leben anzuwenden. Ich persönlich finde, unsere Chancen stehen gut – überzeugen Sie sich selbst!

Siehe Tosibox-Karriereseite >

“Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, unsere Werte im täglichen Leben anzuwenden.”

Pia Klemetti, HR Business Partner, Tosibox